Ganz schön scharf: Zweimal Senf aus Köln

Autor: Thomas

Ein Roggenbrötchen mit altem Holländer nennt der Kölner traditionell „Halver Hahn“. Perfekt wird der original kölsche Snack aber erst mit einer würzigen Schicht Senf oben drauf. Und für den gibt es in der Stadt gleich zwei interessante Anlaufstellen inklusive Senf-Museum.

Die Historische Senfmühle Anno 1810 und der Kölner Senfladen stehen sich schon aufgrund ihrer räumlichen Distanz nicht gegenseitig im Weg. Betrachtet man beide jedoch im direkten Vergleich, sieht man auch zwei gänzlich unterschiedliche Konzepte. Hier stehen deutlich Tradition gegen Moderne.

Die Senfmühle, direkt am Rheinauhafen gegenüber des Schokoladenmuseums gelegen, hat ihren Sitz in Köln zwar erst seit 2009, ihre Ursprünge liegen aber bereits im 18. Jahrhundert. Die Mühlen selber, zwei an der Zahl, waren zunächst in Belgien im Einsatz, danach bis 1993 in Holland. Senfmüller Wolfgang Steffens erwarb sie 1997 und unterzog sie einer Generalüberholung. Genutzt wurden die historischen Schmuckstücke zunächst in der Vulkaneifel, danach in Cochem und ab 2009 schließlich auch in Köln.

Beide Mühlen produzieren heute wieder kalt gemahlenen Senf, beruhend auf zwei Originalrezepten aus dem 15. und frühen 19. Jahrhundert. Die Idee dabei ist es, das Produkt auf eine Weise herzustellen, wie es in den Baujahren der Mühlen selber üblich war. Die Kölner Senfmühle will zudem mehr bieten als den Senf selber. Neben dem Ladenbetrieb werden von Montags bis Sonntags kostenlose Senfproben und Führungen durch den Inhaber angeboten.

Dem traditionelleren Ansatz entgegen steht der modern gestaltete Senfladen in der Herzogstraße hinter der Schildergasse. Schnell wird offensichtlich, dass hier ein Platzhirsch am Werk war. Der Betrieb gehört nämlich zum Löwensenf-Konzern, und der hat – für den Kölner eine pikante Sache – seinen Sitz ausgerechnet in Düsseldorf.

Umso erstaunlicher die besondere Spezialität des Hauses: echter Kölsch-Senf. Erhältlich im Glas oder Steinguttopf und extra für den Kölner Laden hergestellt, enthält er tatsächlich 15 Prozent echtes Kölschbier. Ansonsten gibt es auf etwa 90 Quadratmetern jede Menge unterschiedlicher Senfprodukte zu bestaunen. Dazu gehören vor allem Exoten wie Senfpralinen oder Fruchtsenfsaucen. Ein kleines Senfmuseum rundet das Angebot ab.

Im direkten Vergleich beider Unternehmungen bekommt die Historische Senfmühle einen deutlichen Abzug aufgrund der wirklich erscheckend unschönen Homepage, die der Location selber und ihrem sehenswerten Angebot in keinster Weise gerecht wird.

Historische Senfmühle
Holzmarkt 79 – 83, 50676 Köln

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00 bis 18.00 Uhr
Sa und So 11.00 bis 19.00 Uhr

Kölner Senfladen
Herzogstr. 36, 50667 Köln

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00 bis 14.00 Uhr und 15.00 bis 19.00 Uhr
Sa 10.00 bis 19.00 UhrSimilar Posts:




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Hennig Gerald schreibt
am 30. September 2010 um 18:04 Uhr

Guten Tag, Gerald Hennig hier, z.Z. auf Südamerika Reise.
Schöne gut gemachte, informative Seite, nur……..was hat “Löwensenf” mit Köln zu tun???, frage ich mich aus der Ferne. Ich verkaufe die Kölner-Senf Rechte. Interesse???
Na, ja, da bin ich mal gespannt. LG von der anderen Seite der Erde Gerald Hennig

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Thierry Willems schreibt
am 5. Oktober 2010 um 13:24 Uhr

Sehr geehrter Herr,
ich brauche für mein Brauhaus Weihenstephan in Freising bei München , eigene Senftöpchen
mit Logo in Zwieblmuster Tontöpchen(gru-Blau)
können Sie mir einen Hersteller mitteilen
vielen dank und grüsse aus das bayerische voralpenland

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