» Karneval
Wenn es so etwas wie kölsche Demokratie gibt, dann erweist sich die Kneipentour „Loss mer singe“ als exemplarisch für Wahlverfahren und Entscheidungskriterien. Längst ist die Sing- und Schunkelveranstaltung vor Karneval eine echte Kölner Tradition geworden. 50 Locations sind dieses Jahr dabei.
Unglaubliche rund 400 neue Titel erscheinen jedes Jahr, die sich um Köln oder den Kölner Karneval drehen. Welche Lieder jedoch zu Sessionslieblingen oder gar Klassikern werden, hängt nicht zuletzt vom Mitsing- und Schunkelpotential ab. Die Eventreihe „Loss mer singe“ testet schon vor der Hochphase des Sitzungs- und Straßenkarnevals aus, was am besten ankommt. [...mehr]
Das kölsche Grundgesetz steht für die Natur des Rheinländers und den kölschen Karneval. Nach dem fünften Bier spricht bekanntlich selbst jeder Tourist den kölschen Dialekt, und Viele scheinen begeistert von der liebenswürdigen Art, die Wörter in die Länge zu ziehen.
Wer der Verfasser der elf Artikel plus zwei Zusatzartikel des kölschen Grundgesetztes ist, bleibt unbekannt. Auch ist unklar, aus welcher Zeit das „Grundgesetzt“ der Stadt stammt. Im Gegensatz zu vielen anderen Dialekten war Kölsch, ähnlich wie das Berlinerische, nie vom Aussterben bedroht. Der Dialekt und damit auch das Grundgesetz, haben sich durch den berühmten Karneval fest in der Stadt etabliert, und es gibt ein großes, kölsches Kulturangebot, von Theatern, über Bands und Musikvereinen, die die Mundart heranziehen. Häufig findet man innerhalb der Stadt sogar Plakatwerbung in dem Dialekt. [...mehr]
In Köln gibt es Karneval für alle, auch für die Allerkleinsten. Eine lustige Puppensitzung veranstaltet der WDR dieses Jahr mit der Bärenbude, einer beliebten Radiosendung für Grundschulkinder. 6 Termine mit den Kuschelbären Johannes und Stachel sorgen für Spaß und gute Laune.

Der kleine Sendesaal des WDR am Wallrafplatz wird an insgesamt 4 Tagen zur „Bärenbude“. Bunt dekoriert dreht sich alles um das Puppentheater, das dort eine echte Karnevalssitzung abliefert. Sitzungspräsident, Büttenrede und Tanzoffizier sorgen für Stimmung. Hinzu kommt die kostümierte Band, die ganz sicher zum Mitsingen, Schunkeln und Klatschen animieren wird - zugeschnitten auf die ganz kleinen Zuschauer. [...mehr]
Neben dem Oktoberfest ist der Karneval wohl das zentrale Volksfest, bei dem hemmungslos gebechert wird, als gäbe es kein Morgen. Doch wenn schon die feiernden Erwachsenen keine Vorbilder bieten, muss es gerade Jugendlichen nur allzu normal erscheinen, bis Aschermittwoch kräftig einen über den Durst zu trinken. Das Festkomitee Kölner Karneval unterstützt aus diesem Anlass eine aktuelle Kampagne der Drogenhilfe.

Statistische Daten einmal beiseite gelassen, ist Alkoholkonsum unter Jugendlichen ab etwa dem 12. Lebensjahr nicht Ungewöhnliches. Wie exzessiv das jedoch ausfallen kann, ist eine ganz andere Frage. Dass die Karnevalstage hier ziemlich hochprozentiges Wasser auf die Mühlen kippen, liegt auf der Hand. Die Drogenhilfe Köln hat vor diesem Hintergrund eine Broschüre entwickelt, die Eltern Hilfe im Umgang mit dem Thema bietet. [...mehr]
Wer an das karnevalistische Treiben am Rhein denkt, hat nicht unbedingt hochkulturelle Assoziationen im Kopf. Doch muss es immer Kölsch, Kamelle und Katerfrühstück sein? Nicht bei Burkard Sondermeier. Mit dem Ensemble „Camarata Carnaval“ tritt er den Beweis an, dass es auch anders geht, und vor allem kultivierter.
Zugegeben, wer lieber mit Pappnase auf dem Tisch tanzen will, ist in der „Lachenden Kölnarena“ besser aufgehoben. Und für beißenden Spott und kritischen Anti-Karneval ist die Stunksitzung die richtige Anlaufstelle. Die kultiviertere Variante bietet dafür die Kölner Oper mit Burkard Sondermeiers Programm „Karneval einmal klassisch“. [...mehr]
Alteingesessene Kölner kennen den karnevalistischen Overkill noch als „Lachende Sportarena“. Inzwischen ist die Lanxess-Arena als Nachfolger allerdings längst bestens etabliert. Zwei immer gut ausgebuchte Veranstaltungswochen am Stück sprechen jedenfalls für sich.

Neueinsteiger seien gewarnt, denn die „Lachende Kölnarena“ ist wirklich nur Hardcore-Karnevalisten zu empfehlen. Wer allerdings einmal im Jahr das ganze Ausmaß rheinischen Frohsinns abseits des Rosenmontagszuges erleben will, ist hie genau richtig. Erster Termin ist der 18. Februar. [...mehr]
Unter dem Motto „Karneval instandgesetzt“ rief 1984 eine Kölner Studentengruppe eine Initiative ins Leben, die dem traditionellen Sitzungskarneval die Stirn bieten wollte. Die „Stunksitzung“ war geboren und haute ordentlich auf den Putz. Zum 25-jährigen Jubiläum der stets ausverkauften Veranstaltung erlaubt das Kölnische Stadtmuseum bis zum 11. April einen umfangreichen Rückblick.

750 Stunksitzungen in einem Vierteljahrhundert, und bei keiner blieb auch nur ein Platz unbesetzt – ein Erfolgsmodell, das zunächst einmal als Protest gedacht war. Die Initiatoren unterwanderten das traditionelle Sitzungskonzept mit kabarettistischen Elementen und boten jede Menge Anarchie. Immer im Fokus: Klüngel und Kirche. Legendär ist etwa Jürgen Beckers Kardinal-Meisner-Rede aus der Session 1992/93. [...mehr]
Nach der Session ist vor der Session. In Köln herrscht eigentlich irgendwie immer Karneval, denn wenn am Aschermittwoch auch offiziell erstmal Pause ist, planen die Vereine und Veranstalter schon wieder für den nächsten 11.11. Wichtigste Anlaufstelle ist hierbei die Messe InterKarneval. Begleitet wird sie auch 2010 wieder von den Deutschen Meisterschaften der Männerballette.

Vom 25. bis 27. Juni gibt es nach 4 Monaten Durststrecke – endlich, wie so mancher Kölner sicher hinzufügen mag – wieder Karneval satt. Bis zum Sessionsbeginn ist dann zwar noch eine Weile hin, der wichtigste Branchentreff jedoch setzt diese kaum zu ertragende Tatsache vorübergehend außer Kraft. Die „Erlebnismesse für Karneval und Brauchtum“ in den Kölner Messehallen zeigt bereits zur Jahresmitte die Trends und Neuheiten der kommenden Session. [...mehr]
Für Zugereiste ein echtes Phänomen: Beginnend mit dem 11.11. scheint ganz Köln Kopf zu stehen. Richtig schlimm wird es dann zu Weiberfastnacht, und bis Aschermittwoch befindet sich Stadt gänzlich im Ausnahmezustand. Eine Art Karnevalsguide für Einsteiger hat WDR-Moderatorin Christine Westermann nun zusammen mit Fotograf Stefan Worring vorgelegt.

Für den gebürtigen Kölner ist Karneval so natürlich wie der Wechsel von Ebbe und Flut. Wer allerdings von außen auf das bunte Treiben blickt, darf sich schon mal wundern, wie eine ganze Stadt quasi von heute auf morgen alle Regeln über Bord schmeißt und dabei doch völlig friedlich bleibt. Wer also könnte das rheinische Jeckentum dem Außenstehenden besser erklären als jemand, der zwar selber kein Einbeborener ist, aber das Phänomen seit Jahren vor Ort erkundet? [...mehr]
Bislang waren Wolfgang Niedecken und der Kölner Karneval – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – einander spinnefeind. Umso überraschender wurde seine Bereitschaft aufgenommen, für den kommenden Rosenmontagszug zwei Wagenmotive mit politischem Hintergrund zu entwerfen.
Im Allgemeinen haben Karnevalshasser immer gerne mitgesungen, wenn BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken intonierte, er bliebe „nit för Kooche“ an Karneval in Köln. Heute glättet er die Wogen und betont, das Lied seie in einem bestimmten Zusammenhang und zu einer ganz anderen Zeit entstanden. Als Kind habe er am Severinstor immer den Rosenmontagszug bestaunt und selber einmal als Karnevalsprinz auf der Bühne gestanden. Kann man sich mehr zu seiner Heimatstadt bekennen? Kaum. [...mehr]


