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Autor: Christophe

Der Koran © flickr / *Muhammad*

Die neue Zentralmoschee in Köln strebt weiterhin ihrem Baubeginn zu. Der Kölner Stadtrat hat sich für den Bau des umstrittenen Projektes entschieden und so eine neue Streitwelle losgetreten.

Die verschiedensten Fraktionen haben ihre Meinung abgelassen. Man fühlt sich ein wenig erinnert an Streit in einem Mietwohnungs-Block. Jeder hat eine Meinung zum neuen Nachbarn, der da ein ungewöhnlich großes Zimmer beziehen und gleichzeitig einem den anderen Bewohnern fremden Gott huldigen möchte.

Die alten Leute fürchten um ihr Leben, vor allem des Nachts - schließlich ist bekannt, dass der Neue aus dem Süden stammt und von da kommen bekanntlich nur Räuber. Die jungen Leute sind neugierig und würden am liebsten die ganze Zeit beim Neuen in der Wohnung chillen und exotischen Flavor inhalieren.

Die Unbedarften nutzen freudig den über Jahre angesammelten Frust, um heftig gegen alles zu protestieren, was nicht so aussieht wie sie. Der Wortführer des Blocks hat eine provokante Meinung zum Zugezogenen und wird niemals nicht die Klappe halten. Die Vermieter der Wohnungen sind nicht eben erfreut und debattieren heftig darüber, ob es ihnen denn im Herkunfstland des Neuen ebenso erlaubt wäre, einfach so in diesem Stil einzuziehen und wenn nicht, dass man das doch bitte ändern müsse.

Was für ein Theater! Zum Schluss wird sowieso nur die Miete darüber entscheiden, wer bleibt und wer nicht.    [...mehr]



Autor: Ariane

The Everlasting Miracle © flickr / ~crystalina~

In wenigen Monaten soll mit dem Bau der neuen Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld begonnen werden. Das Gebäude wird zwei Minarette haben, und Platz für 1.200 Gläubige bieten. Die Ditib (Abkürzung für die türkische Version von “Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religionen e.V.”) finanziert den Bau aus Spenden aus ganz Deutschland.

Im Vorfeld war das Bauvorhaben ziemlich umstritten. Rechtspopulistische Vereinigungen liefen Sturm gegen die Moschee, auch aus ernstzunehmenden Lagern kam Kritik: So sprach sich der Publizist Ralph Giordano im Zuge der Diskussion gegen die Burka der türkischen Frauen aus und entfachte damit eine heftige Diskussion.

Ich finde die Argumente der Burka-Gegner gar nicht mal so falsch: Dieser FAZ-Artikel sagt das in schöneren Worten, für mich ist die Burka ein Symbol der Unterdrückung der Frau. Eine Differenzierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechtes ist in Deutschland nunmal scheiße, egal, ob der Islam das so vorschreibt, oder nicht. Die Bibel oder der Papst schreiben auch eine Menge Dinge vor, an die sich heutige Christen nur in eingeschränktem Maße halten (z.B. die Abtreibung zu verdammen). Diesen Schritt zur weiteren Mäßígung seiner menschenrechtlich inakzeptablen Inhalte muss der Islam meiner Meinung in Deutschland gehen, oder er wird hier niemals als gleichwertige Religion akzeptiert werden.

Gerade deswegen halte ich jedoch die Moschee für eine gute Sache. So verschwinden die Hinterhof- und Lagerhallen-Moscheen, die den Gläubigen das Gefühl geben, sie würden vom “deutschen” Staat unterdrückt und kleingehalten. Da schwindet bei denen natürlich auch die Bereitschaft, sich in irgendeiner Weise zu öffnen. Ein richtiges Gotteshaus für islamische Gläubige ist eine gute Sache, weil es das Selbstbewusstsein der islamischen Menschen stärkt, und das Gefühl, dazuzugehören.

Die Betreiber der Moscheen bieten auch extra Führungen an, vielleicht einfach mal hingehen und sehen, was da genau gebaut wird. Man wird feststellen, dass die Nachrichten, die einen gegen den Islam aufhetzen, übertrieben sind.

Es handelt sich letzten Endes “nur” um ein Gotteshaus, die Debatte um frauenrechtliche Probleme in der Interpretation der Religion ist wichtig, sollte aber vom Moscheebau unabhängig geführt werden.

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